Wittener Ronny Seidel verzichtet auf den Ironman Hawaii

(Bericht im Original – WAZ Witten Herr Philipp Ziser)

Der Athlet der SG Triathlon übersteht die Hitzeschlacht von Frankfurt – die Rückkehr auf die Insel verschiebt er aber in die Zukunft.

 

(Archivfoto- Ronny S. / Copyright by Finisher Pix)

Ronny Seidel hat in seiner Karriere als Triathlet schon viel erlebt, ist unter anderem den Ironman auf Hawaii gelaufen – aber nicht so was. „Das war schon extrem“, meinte der Triathlet der TG Witten am Tag nach der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt. „Auf Hawaii war es auch heiß, aber angenehmer als hier.“

Bei der Hitzeschlacht am Main lief er in 9:36:17 Stunden auf Rang sieben der Altersklasse 35, Platz 39 insgesamt. „Damit müsste ich mich eigentlich qualifiziert haben“, so Seidel. „Ich werde dort aber dieses Jahr nicht starten.“

Schon 2018 hatte Seidel den legendären Trip nach Kona gewagt, ein zweites Jahr in Folge wäre die Belastung aber zu hoch für ihn und seine Freundin, die ebenfalls Triathletin ist. „Langfristig machen wir das sicher, qualifizieren uns und fliegen dann mit allen Kindern nach Hawaii. Aber in diesem Jahr ist der Aufwand einfach zu groß“, erklärt er den Schritt. Nach der Hitzeschlacht von Frankfurt am Sonntag hätte ihn in Hawaii aber sicher nicht mehr viel schocken können.

„Ich bin für meine Verhältnisse gut geschwommen, obwohl ich mit dem Neopren-Verbot eigentlich nicht so gut klarkomme“, berichtet Seidel, der im Anzug schneller schwimmt. 

„Auf dem Rad war ich auch ganz gut, mit einem Schnitt von 36,6 Stundenkilometern. Auf der zweiten Radhälfte wurde es dann aber richtig heiß. Im Helm stand die Luft und der Kopf war am tuckern.“

Durch den Marathon am Ende musste er sich dann durchbeißen. „Bei Kilometer 8 wurde mir richtig schlecht. Ich hatte einen richtigen Sonnenstich, musste mich übergeben. Aber ich habe es irgendwie durchgezogen und zu Ende gebracht“, so Seidel, der sich aber in guter Gesellschaft wusste. Der zweifache Hawaii-Sieger Patrick Lange ging genau wie er auch einmal neben die Strecke.

Am Ende stand Gesamtrang 41, Position 39 unter den Männern, 3:26:093 brauchte er für den abschließenden Marathon – dann hatte Ronny Seidel die Hitzeschlacht von Frankfurt geschafft.

 

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